Bronchiektasien-Erkrankung: P. aeruginosa-Eradikation gelingt bei 40%
Pseudomonas aeruginosa ist bei Menschen mit Bronchiektasen das am häufigsten isolierte Pathogen. Die Kolonisation ist mit einem ungünstigen Erkrankungsverlauf assoziiert und verschiedene Leitlinien empfehlen eine Eradikation. Allerdings ist die Evidenz dazu begrenzt und es ist unklar, wie gut es in der klinischen Routine gelingt, P. aeruginosa bei Patient*innen mit Bronchiektasen-Erkrankung zu eradizieren.
Zur Evidenz trägt eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von Mariana Conceição vom Centro Hospitalar Tondela-Viseu in Viseu, Portugal, und Koautor*innen bei. Sie identifizierten in PubMed, Embase, der Cochrane Database of Systematic Reviews und Clinicaltrials.gov Studien, in denen die Eradikation von P. aeruginosa mit systemischen und/oder inhalativen Antibiotika bei Patient*innen mit Bronchiektasen untersucht worden war. Studien mit Patient*innen mit Mukoviszidose wurden nicht eingeschlossen.
Die Auswertung erfolgte nach den Leitlinien „Meta-Analysis of Observational Studies in Epidemiology“. Primärer Endpunkt der Studie war der Anteil der Patient*innen mit negativem P. aeruginosa-Status im Sputum 12 Monate nach der Eradikationsbehandlung.
Ergebnisse
In die Metaanalyse wurden 6 Beobachtungsstudien mit 289 Patient*innen eingeschlossen, drei retrospektive und drei prospektive Studien. Eine einzige Studie verglich randomisiert eine systemischen Antibiose mit einer kombiniert systemischen und inhalativen Antibiose. Eine Kontrollgruppe ohne Antibiose gab es auch in dieser Studie nicht.
Die 12-Monats-Eradikationrate von P. aeruginosa betrug 40% (95% Konfidenzintervall [KI] 34–45%; p<0,00001). Eine signifikante Heterogenität bezüglich dieses Endpunkts gab es nicht (I2=0%). Die kombinierte systemische und inhalative Antibiotika-Gabe war mit einer höheren Eradikationsrate assoziiert als eine Eradikation nur mit systemischen Antibiotika (48% [95% KI 41–55%] vs. 27% [95% KI 13–45%).
Die Eradikationsrate von 40% liegt unter der, die bei Patient*innen mit Mukoviszidose berichtet wurde. Patient*innen mit anderer Ursache von Bronchiektasen als einer Mukoviszidose sind allerdings auch älter und haben mehr Komorbiditäten als diese.
Welches Regime die besten Ergebnisse erzielt, ist anhand der Beobachtungsstudien nicht zu beurteilen. Da es in den Studien keine Kontroll- oder Placebo-Arme gab, ist auch nicht klar, in welchem Umfang eine Eradikation ohne Antibiotikaeinsatz im Krankheitsverlauf aufgetreten wäre.
Fazit:
Nach der Metaanalyse liegt die P. aeruginosa-Eradikationsrate 12 Monate nach einer Eradikationstherapie mit Antibiotika bei 40%. Da diese Rate mit Kombination von systemischen und inhalativen Antibiotika höher war als bei nur systemischer Antibiose, plädieren die Autor*innen für die Kombination. Wichtiges Ergebnis der Metaanalyse ist der gezeigte große Bedarf an Studien zur Frage, wann und wie eine Eradikationstherapie bei Bronchiektasen-Erkrankung erfolgen sollte.
Quelle:
Autorin Studienreferat: Friederike Klein, München